Neue Geschäftsmodelle entwickeln: Der Kreativität Raum geben – und Struktur

Kennen Sie das? Der Laden brummt und eigentlich wissen Sie im Moment gar nicht, woher Sie die Ressourcen nehmen sollen um das Projekt A für den Kunden B, der unbedingt zusätzlich noch den Prozess C vor der Messe in D live schalten möchte, pünktlich abzuschließen. Als Dienstleister wollen Sie dem Kunden natürlich helfen sein Geschäft zu machen. Gleichzeitig verhandeln Sie auch noch mit E endlich den lange, lange diskutierten Auftrag F und der potenzielle Neukunde G steht auch bereits in den Startlöchern.

Daneben haben wir alle in den vergangenen Jahren gelernt, dass nichts so schnell ist wie der Wandel und dass wir unsere eigenen Geschäftsideen kontinuierlich anpassen oder gar neue Geschäftsmodelle dringend entwickeln müssen.

An Ideen hapert es bestimmt nicht – erst gestern beim Mittagessen in der Kantine saßen Sie mit Ihrer kreativen Truppe zusammen und neben dem Dessert lagen plötzlich schon wieder ein paar tolle Ansätze für H auf dem Tisch. Mit einem „darüber müssen wir uns unbedingt unterhalten“ ging man auseinander – und dachte „sofort, wenn wir mit A durch sind und F in der Tasche haben“ …

Und dann passiert folgendes: Die Messe in D ist für B sehr erfolgreich, zieht sofort den Auftrag H nach sich, und E und G unterschreiben ebenfalls. Vollauslastung fürs nächste halbe Jahr. Hervorragend! Zumindest was die Geschäftszahlen für die beiden kommenden Quartale anbelangt. Nur – in den nächsten Monaten kümmert sich niemand um H und nach der nächsten Messe in D bekommt plötzlich Z die lukrativen Aufträge – die mit B und G geschlossenen Wartungsverträge reichen gerade noch zum Überleben …

Finden Sie den Fehler?

Okay, wir müssen nicht groß suchen – wenn einem gerade das Tagesgeschäft explodiert, neigen wir alle dazu: Weil es so gut läuft, entstehen viele kreative Ideen – aber dabei bleibt es oft und wir entwickeln daraus nicht systematisch neue Geschäfte und / oder Geschäftsmodelle.

Die (im besten Fall sogar adaptive und von allen Mitarbeitern einsetzbare) Systematik ist aber genau das, was häufig fehlt um auch unter akuter Zeitnot gute Ideen nicht aus dem Auge zu verlieren. Was wir brauchen, sind effektive Werkzeuge, die uns helfen auch bei knappen Ressourcen unsere Zukunft als Dienstleister zielorientiert (eben systematisch) zu gestalten.

Wir haben intensiv nach einer solchen Systematik gesucht, die uns nicht vor lauter Regeln und Anwendungsvorschriften am Ende den Spaß an der kreativen Arbeit verdirbt – und sind dabei auf eine echte Empfehlung gestoßen:

Das gefundene (und mittlerweile vielfach genutzte) Werkzeug, genannt „Business Model Canvas“, ist in dem Buch „Business Model Generation“ (…) beschrieben. Es hilft uns dabei aus der, buchstäblich beim Mittagessen auf einer Serviette skizzierten, Idee in kürzester Zeit ein vollständiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Dabei lässt dieses Tool einerseits der Kreativität völlig freien Raum, andererseits ist es aber auch stringent genug uns bei der zügigen Arbeit nichts Wesentliches vergessen zu lassen. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis (wie etwa dem Lego-Turnaround oder dem 1,9 Mrd. Dollar Geschäft Nespresso) werden in dem so ganz und gar nicht trockenen „Lehrbuch“ mit fundierten Betrachtungen zu den identifizierten 9 Bausteinen eines Geschäftsmodells (Wertangebot, Kundensegmente, Kundenbeziehungen, Schlüsselressourcen, Kostenstruktur etc.) kombiniert und machen das Ganze dadurch lesbar und – noch wichtiger – tatsächlich einsetzbar.

Dabei ist das Buch selbst schon eine „Story für sich“ – entstanden ist es durch die Zusammenarbeit von 2 Autoren mit 470 Co-Autoren aus 45 Ländern …

Autor: Theo Ubbens | InfoTip Service GmbH

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