Daten als höchstes Gut – wenn sie clever genutzt sind

Sammeln Sie gerne? Vielleicht Modell-Eisenbahnen, oder die sprichwörtlichen Briefmarken? Die Industrie ist auch unter die Sammler gegangen. Produzenten wie Dienstleister sammeln in der heutigen Zeit leidenschaftlich gerne Daten – von Kunden, über Prozesse, von Maschinen. Daten sind zu einer wichtigen Währung im täglichen Business geworden. Doch wie beim Sammeln von Modellen und Marken sind auch die Daten nichts wert, wenn man sie nicht zu sortieren weiß. Und das ist DIE große Herausforderung für Dienstleister:Es ist nicht mehr entscheidend zu wissen, dass sich Daten erheben lassen, sondern wie ich sie nutzbar mache und sinnvoll auswerte. Viele neue, erfolgreiche Geschäftsmodelle basieren auf der Sammlung, Analyse, Aufbereitung und Nutzung der Daten.

man buying model railroad in toy store holding the model in his hands, close-up

Die Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung ergeben, sind enorm – das wissen wir. Sie krempeln nicht nur die produzierende Industrie um, sondern wirken sich auf alle wirtschaftlichen Bereiche aus. Früh zu spüren bekam das der Einzelhandel, wo immer mehr Menschen auf den Online-Einkauf umstiegen, satt beim stationären Einzelhandel zu kaufen. Was den Online-Handel mitunter so erfolgreich macht? Neben einer effizienten Logistik verstehen es Online-Händler wie Amazon & Co., die Daten ihrer Kunden nicht nur zu sammeln, sondern sinnvoll zu nutzen. Denken Sie nur an die bekannte und oft zitierte En Passant-Funktion „Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, kauften auch …“ Es sind mittlerweile Einzelhändler entdeckt worden, die diese Idee in ihrem stationären Geschäft zu kopieren versuchen.

Außerdem haben sich diese Online-Dienstleister nicht nur auf ein Kerngeschäft konzentriert, sondern Zusatzservices entwickelt – die sich vielfach aus dem Nutzerverhalten und den Wünschen der Kunden generiert haben. Nochmal Beispiel Amazon: Die großen Mengen von Daten beim Speichern von Filmen, Musik und eBooks führten nicht nur dazu, dass Amazon dafür eigene Server-Farmen aufbauen musste, sondern man hat daraus gleich ein Geschäftsmodell entwickelt und weiteren Speicherplatz als Cloud-Service für die Kunden angeboten.

Mittlerweile ist die Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau angekommen. Schlagwort Industrie 4.0: Große, unbewegliche Maschinenkolosse werden heute mit kleinen, aber feinen Sensoren ausgestattet, die vernetzt Daten zur Maschine liefern. Diese können zentral ausgewertet und genutzt werden. Durch Predictive Maintenance arbeiten Maschinenparks jetzt effizienter, können bei Abweichungen in den Daten frühzeitig gewartet und instandgehalten werden. Auch hier reicht es wieder nicht, die Daten bloß zu erfassen und zu speichern, sondern sie intelligent zu managen.

Denken Sie an die Logistik: Die Steuerung von mobilen Services ist heute um ein Vielfaches komplexer geworden – und dadurch effektiver. Leerfahrten, Umwege oder fehlende Ersatzteile bei Serviceeinsätzen gehören der Vergangenheit an: Daten zu Lagerbestand, Wareneinsatz, Fahrzeug- und Personalstandorten werden über GPS und mobile Devices erfasst und in cleveren Software-Lösungen oder Apps ausgewertet. So entstehen hocheffiziente Tourenplanungen, wird ein vorausschauendes Workforce Management ermöglicht und eine zeitsparende wie ressourcenschonende Logistik entwickelt.

Die Liste ließe sich fortführen, über die Medizintechnik zum Beispiel, oder den Automotive-Bereich. Allen datenintensiven Entwicklungen ist allerdings gemein, dass verstanden wird, welche Daten wichtig sind und wie diese einen Nutzen bringen. Darin besteht die Chance für Dienstleister, die über das entsprechende Know-how verfügen und für Durchblick bei der Sammel-Leidenschaft sorgen.

Mehr zum Thema „Effizienzsteigerung durch intelligentes Datenmanagement“ lässt sich in der aktuellen Ausgabe des Magazins SERVICETODAY finden – eine Leseprobe der Ausgabe 2/16 ist unter http://www.kvd.de/de/aktuelle-ausgabe.html einsehbar.

Autor: Michael Braun | Medienhaus Waltrop

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