Was wird die Zukunft dem Internet der Dinge bringen?

Kevin Kelly beschreibt in seinem Buch „The Inevitable – Understanding the 12 Technological Forces That Will Shape Our Future“ die Metatrends, die sich aus den technologischen Entwicklungen ergeben. Für ihn ergibt sich die Zukunft aus einem ständig sich wandelnden Internet. Er versteht es als ein ständiges Werden, wir haben es nicht mit einem Zustand zu tun, den wir heute erreicht haben, sondern mit einer ständig sich entwickelnden technologischen Umgebung. Und die Entwicklung ist exponentiell und überrascht uns immer wieder mit technologischen Sprüngen. Volker P. Andelfinger und Prof. Till Hänisch sprechen auf dieser Basis darüber, was die Zukunft dem Internet der Dinge bringen.

Sie sagen: Unsere Umgebung wird zusehends intelligenter, Künstliche Intelligenz führt dazu, dass jeder denkbare Gegenstand und jeder denkbare Prozess, angereichert mit einem Stück künstlicher Intelligenz, zu einer völlig anderen Qualität reift. Alles ist fließend, Prozesse, Produkte, Dienstleistungen sind nicht mehr statisch, sondern begleiten den Menschen in seinem täglichen Leben der Situation angepasst.

Bildschirme werden uns auch dort begegnen, wo wir heute noch nicht damit rechnen. Sie sind allgegenwärtig. Ob physisch, oder als virtuelle Realität oder Augmented Reality eingeblendet in unser Sichtfeld. Ob wir in wenigen Jahre noch teure Smartphones mit uns herumtragen und mit gesenktem Haupt auf einen kleinen Bildschirm gebanntem Blick oft wie Zombies durch die Städte laufen, das ist eher unwahrscheinlich.

Wichtig wird den Menschen sein, Zugang zu Dienstleistungen und Produkten zu haben. Der Besitz scheint an Bedeutung zu verlieren. Wir teilen sehr viel mehr. Da wir es mit einer zunehmenden Flut von Informationen zu tun haben, ist das Filtern immer wichtiger. Intelligente Algorithmen sollen uns auch dabei helfen. Selber werden wir nicht mehr in der Lage dazu sein, wir sind es schon jetzt nicht mehr.

Innovationen bestehen in der Regel aus der Rekombination bereits vorhandener Produkte und Lösungen. So richtig Neues fällt uns nicht mehr so oft ein. Unsere Ideen verpuffen oft, wenn wir feststellen, ein anderer war schneller. Wir mischen also die Dinge neu. Und wir wollen mit allem und jedem interagieren. Das Interagieren mit der Technologie wird sich dramatisch verändern. Spracherkennung, Gestensteuerung, Steuerung von Technologie durch reine Gedankenleistung. All das wird zur Normalität. Wir werden nicht mehr nur auf einem Bildschirm herumtasten, oder mit der Maus irgendwelche Buttons anklicken. Im besten Fall ahnt der persönliche Assistent unsere Bedürfnisse und Absichten im voraus.

Was vielen nicht gefallen wird – und hoffentlich auch nicht wirklich Realität wird – ist das permanente Tracken von allem und jedem. Kelly geht davon aus, dass alles aufgezeichnet wird, was wir tun und was um uns herum passiert. Aber selbst wenn wir nicht über Sensorik getrackt werden: hochauflösende Kameras in Flugobjekten, die wir nicht einmal wahrnehmen, verfolgen uns dennoch, wenn es irgendein Geheimdienst oder Militär oder Staat so will.

Während wir heute in der Materialforschung noch versuchen, im Weltall Methoden zu revolutionieren, denken andere Forscher darüber nach, wie zukünftig künstliche Intelligenz völlig neue Materialien entwickeln könnte, deren Qualitäten wir uns heute noch gar nicht einmal vorstellen können (goo.gl/UxWUP6).

Nicht nur die technologische Entwicklung verläuft exponentiell, sondern auch die zeitliche: Die erste industrielle Revolution begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa Webstühle und dampf getriebenen Produktionsanlagen. Die zweite industrielle Revolution, ausgelöst durch die elektrischen Antriebe führte zur Massenfertigung am Fließband zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die dritte industrielle Revolution mit Elektronik und Automatisierungstechnik folgte etwa in den siebziger und achtziger Jahren, also etwa 60 Jahre später: Der Abstand hat sich halbiert. Die vierte industrielle Revolution kam etwa 30 Jahre später, möglicherweise kommt die fünfte Revolution dann nach etwa 15 Jahren, also etwa im Jahr 2025 … Was wir also auch tun, wir sollten es schnell tun.

Mehr zum Thema „Internet der Dinge“ gibt es im aktuellen Themenheft der SERVICETODAY 2/18, erhältlich unter www.kvd.de.