Wann spricht man eigentlich vom automatisierten Fahren? Die 6 Level des autonomen Fahrens!

Autonomes Fahren – was bedeutet das eigentlich? Wie weit sind wir mit den vorhandenen Services vom selbstfahrenden Auto entfernt und was sind die nächsten Schritte? Den aktuellen Stand der spannungsgeladenen Interaktion zwischen Umgebung, Fahrer und Fahrzeug haben wir uns im KVD einmal genauer angesehen.

In welchem Umfang das Fahrzeug die Aufgaben des Fahrers bei Bedarf übernehmen kann und wie Mensch und Maschine auf der Straße heute und zukünftig interagieren, erfolgt in den unterschiedlichen Entwicklungsschritten. Das bedeuten die Level im Einzelnen:

Level 0 (Keine Automation):
Dieser Level meint die durchgängige Ausführung aller Aspekte der dynamischen Fahraufgabe durch den Fahrer, auch wenn unterstützende Warn- oder Interventionssysteme eingesetzt werden (ABS oder ESP).

Level 1 (Assistiertes Fahren):
Auf Level 1 sind viele Fahrzeuge heute schon. Aktuelle Fahrerassistenzsysteme unterstützen den Fahrer bei der Fahraufgabe und sorgen so für mehr Sicherheit und Komfort (aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion ACC, automatischer Spurhalteassistent LKAS).

Level 2 (Fahrassistenzsysteme):
Neue Serienfahrzeuge befinden sich heute immer häufiger im Level 2. Die Unterstützung der Längs- und Querführung ermöglicht ein entspanntes, sicheres Fahren. Die Systeme erfordern aus technischer und rechtlicher Sicht, dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit ununterbrochen auf den Verkehr richtet.

Level 3 (hochautomatisiertes Fahren):
Fahrzeuge auf diesem Level werden in der Lage sein, im gleichgerichteten, abgegrenzten Straßenverkehr, zum Beispiel auf einer Autobahn, vollkommen automatisiert zu fahren. Der Fahrer wird sich mit anderen Tätigkeiten beschäftigen können („Eyes off“), muss aber in komplexen Situationen in der Lage bleiben, die Fahraufgabe innerhalb von Sekunden wieder zu übernehmen. Ungeklärt ist, wer Bußgelder bezahlen muss, sollte die Technik im Auto im teilautomatisierten Modus ein Tempolimit missachten. Ob das Handyverbot im Level 3 gilt, ist ebenfalls nicht geklärt.

Level 4 (vollautomatisiertes Fahren):
Technologisch ist Level 4 die Weiterentwicklung von Level 3. Der Fahrer wird lediglich in äußerst komplexen Situationen das Fahren übernehmen müssen. Zwar muss der Fahrer auch auf diesem Level eine gültige Fahrerlaubnis besitzen und körperlich fahrtüchtig sein, doch theoretisch ist hier bereits ein Fahren im „Mind off“-Modus denkbar, der es dem Fahrer gestatten würde, während der Fahrt zu schlafen.

Level 5 (autonomes Fahren):
Im Gegensatz zu Level 3 und 4 ist beim autonomen Fahren weder eine Fahrtüchtigkeit noch eine Fahrerlaubnis erforderlich – Lenkrad und Pedalerie sind somit entbehrlich. Das Fahrzeug übernimmt alle Fahrfunktionen, es gibt im Prinzip nur noch Passagiere.

Was es zu beachten gilt: Bislang gibt es keinen rechtlichen Rahmen für autonome Fahrzeuge – Rechte und Pflichten der Hersteller von Auto und regelnder Software sowie der Versicherung in diesem Betriebsmodus sind noch völlig unklar. Eine Aussage zur zeitlichen Umsetzung ist spekulativ. Denkbares Szenario: Hochautomatisierte Fahrzeuge werden zunächst auf Autobahnen unterwegs sein, während parallel dazu autonom fahrende Fahrzeuge im Rahmen von Pilotprojekten in Innenstädten starten werden.

TIPP: Wer mehr dazu wissen möchte, sollte einen Blick in die neue Ausgabe 1/19 der SERVICETODAY werfen – hier gibt es jede Menge weitere Artikel zum autonomen Fahren, zu Mobilitätslösungen und Dienstleistungen rund ums Fahren.

Autor: Michael Braun